Auferstehung - eine Andacht

35 Vielleicht werdet ihr jetzt fragen: »Wie werden die Toten denn auferstehen? Was für einen Körper werden sie haben?« 36 Versteht doch: Jedes Samenkorn, das gesät wird, muss vergehen, ehe neues Leben daraus wächst. 37 Und was wir säen, ist ja nicht schon die fertige Pflanze, sondern es sind nur Körner, sei es Weizen oder anderes Saatgut. 38 Aus jedem Samenkorn lässt Gott eine Pflanze wachsen, die so aussieht, wie er es gewollt hat, und diese Pflanzenarten sind alle ganz verschieden. 39 Unterscheiden sich nicht auch alle Lebewesen in ihrem Aussehen? Menschen sehen anders aus als Tiere, Vögel anders als Fische. 40 Die Sterne am Himmel sind ganz anders beschaffen als die Geschöpfe auf der Erde; doch jeder Stern und jedes Lebewesen ist auf seine Weise schön. 41 Die Sonne hat ihren eigenen Glanz, anders als das Leuchten des Mondes oder das Glitzern der Sterne. Selbst die Sterne unterscheiden sich in ihrer Helligkeit voneinander. 42 Genauso könnt ihr euch die Auferstehung der Toten vorstellen. Unser irdischer Körper ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. 43 Unser Körper ist jetzt noch unansehnlich und schwach; wenn er aber aufersteht, ist er herrlich und voller Kraft. 44 Begraben wird unser irdischer Körper; aber auferstehen werden wir mit einem Körper, der von unvergänglichem Leben erfüllt ist. Denn wie es einen sterblichen Körper gibt, so gibt es auch einen unsterblichen.

– 1. Korinther 15, 35-44

Auferstehung.

 

Obwohl sie der Anlass für das wichtigste Fest der Christen ist, ja sogar der Grund, dass es uns Christen gibt, ist sie uns doch so unbegreiflich. Ich meine, was ist denn die Auferstehung? In welchem Körper werde ich auferstehen? Werde ich nach der Auferstehung überhaupt noch einen Körper haben?

 

In einem Brief von Paulus an die Korinther wird er gefragt, wie die Auferstehung vonstatten geht. In diesem Brief ist er ganz entrüstet, wie man nur so eine Frage stellen kann. Wenn du einen Samen aussäst, muss dieser schließlich auch sterben, damit eine Pflanze entstehen kann.

 

Stell dir also einen Samen vor. Wenn dieser in die Erde kommt, bricht er irgendwann auf. Doch dadurch, dass er aufbricht, macht er Platz für die Pflanze, die aus ihm wächst. Oder stell dir eine Raupe vor. Die hat eigentlich ein ziemlich entspanntes Leben. Den ganzen Tag frisst sie vor sich hin. Doch irgendwann fängt sie das Spinnen an. Wortwörtlich. Sie spinnt sich einen Kokon, ganz fest und eng. Von außen betrachtet sollte man meinen, dass die Raupe darin erstickt ist, aber wartet man ein paar Wochen, kann man beobachten, wie der Kokon aufbricht und ein Schmetterling herauskommt.

 

So könnt ihr euch auch ein Bild von der Auferstehung der Toten machen. Was in die Erde gelegt wird, ist vergänglich, aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist unvergänglich. Was in die Erde gelegt wird, ist armselig, aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist voll Herrlichkeit. Was in die Erde gelegt wird, ist hinfällig, aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist voll Kraft.

 

Das ist Auferstehung.